Wer in den vergangenen Tagen Artikel, Podcasts, Videos rund um den BVB gelesen, gehört, geschaut hat, der hat wohl eine Botschaft immer und immer wieder vernommen: Die Saison ist gelaufen. Die Luft raus. Das war’s mit der Spannung.
Und ja, die vielzitierte „Woche der Wahrheit“ war eine richtige scheiß Woche.
Erst das 2:2 in Leipzig samt einer wirklich miesen ersten Hälfte. Dann mit dem Debakel in Bergamo der absolute Tiefpunkt und ein völlig unnötiges wie unerklärliches Europapokal-Aus, das Fans und Verein gewiss noch länger beschäftigen wird.
Elf Punkte Rückstand auf Platz eins, acht Punkte Vorsprung auf Platz fünf. Kein Pokal mehr, kein internationales Geschäft.
Und es ist ja nicht nur die sportliche Situation, die einem die Laune trüben kann. Schön wär's! Das eskalative Auftreten der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) bei Heimspielen und die völlig unverhältnismäßigen Aktionen rund um das Spiel in Bergamo vermiesen die Laune obendrein. Mehr dazu erfahrt ihr hier im lesenswerten Text von Giog – inklusive inhaltsleerer Statements seitens der Polizei.
Aufregende Auswärtsfahrten
So. Und was machen wir jetzt daraus? Das Beste, ganz einfach. Vor Borussia Dortmund liegen noch einige wirklich ansprechende Spiele. Begehrte Auswärtsfahrten wie nach Stuttgart, bei der die Fan- und Förderabteilung einen Sonderzug einsetzen wird. Oder die Fahrt nach Bremen: ein Saisonabschluss bei (hoffentlich) frühsommerlichen Temperaturen an der Weser. Das emotional aufgeladene Spiel in Mönchengladbach. Zuhause gegen Leverkusen und Frankfurt. So wie Fußballprofis und Trainer gerne davon sprechen, von Spiel zu Spiel zu denken, ist das auch meine Taktik für die restliche Spielzeit.
Bei wirklich allem angebrachten Unverständnis über das CL-Aus, allem Ärger über das Vorgehen der Polizei und aller Kritik an der Transferpolitik: Raus ist die Luft hier noch nicht. Wollen wir nur hoffen, dass die Mannschaft das auch so sieht und der Einsatz stimmt! Denn sonst ist auch meine Vorfreude auf das Restprogramm schnell dahin. Bei acht Punkten Vorsprung auf Platz fünf kann und sollte Trainer Niko Kovac den jungen Spielern im Kader mehr Einsatzzeit geben – auch auf ihre Leistungen bin ich gespannt. Aber ja: Acht Punkte sind acht Punkte …
Um erst gar keine Panik aufkommen zu lassen, gilt es am Samstag bei unseren „Fründen“ in Köln drei Punkte mitzunehmen. Bestes Wetter, kurze Anreise, tolle Leute, Müngersdorfer Stadion. Das wird schön!
Kölner Chaos
Beim „Effzeh“ ist die Luft alles andere als raus: Nach dem starken Start in die Saison mit zwischenzeitlichen Träumen von Europa und vier Siegen aus den ersten neun Spielen konnten die Kölner nur zwei der letzten 15 Ligaspielen gewinnen. Puh. Der Trend zeigt klar nach unten.
Der FC stand in dieser Saison schon auf etlichen Tabellenplätzen: 3, 4, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12 – und jetzt Rang 13, mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz.
Trainer Lukas Kwasniok steht unter Druck und sorgte auch neben dem Platz zuletzt mit der ein oder anderen Aussage für Irritationen. Entscheidend wird auch sein, dass die wirklich hochtalentierte Offensive rund um Saïd El Mala, Jakub Kamiński, Ragnar Ache (was ein Fallrückzieher!) in den nächsten Spielen zuverlässig für Tore sorgt. Aber bitte noch nicht am Samstag.
Internationale Ambitionen, Tabellenkeller, ein angezählter Trainer: Eigentlich alles wie immer schön turbulent in Köln. So sehr ich dem FC und den Fans die Punkte gönne, so sehr ich hoffe, dass sie sich einen ordentlichen Vorsprung auf die Abstiegsränge erarbeiten: Am Samstag holen wir nach zwei Niederlagen bitte wieder einen Sieg. Dafür gewinnt der FC dann zwei Wochen später das Derby gegen Gladbach, ärgert am letzten Spieltag die Bayern – und hat mit dem Abstieg nichts zu tun. Bitte, bitte!