Männer

Der BVB gastierte bei Union Berlin Souveräner Sieg bei eisigen Temperaturen

26.01.2026, 14:00 Uhr von:  Nicolai  
Nico Schlotterbeck im Zweikampf

Der BVB konnte bei eisigen Temperaturen in Berlin einen weiteren souveränen Sieg einfahren. Der Spielbericht über das rundherum.

Wenn das Wetter in Berlin stimmt, kann Julian Brandt herausragend spielen” kommentierte Jannik unter der Woche schön süffisant beim RBB. Allerdings war da schon klar, dass es nur eine Frage war, wie kalt wird es in Berlin?

Im besten Berliner Winter fegte der Ostwind durch die Hauptstadt und glücklicherweise wurden es dann doch 0 Grad und nicht die angekündigten -5 Grad Höchsttemperatur. Ansonsten passte aber vieles für einen guten Fußballabend. Der Heimverein feierte seinen 60. Geburtstag, The Unity hatte einen Sonderzug zum 25. Geburtstag gechartert, Flutlicht und tabellarisch ist man sensationell Souverän Zweiter - oder Erster vom Rest (was den Zustand des sportlichen und finanziellen Wettbewerbs in der Liga wohl zutreffender beschreibt).

Zusätzlich sind Spiele in der alten Försterei häufig in emotionaler Erinnerung geblieben. Daran ist die Berliner Polizei nicht immer ganz unbeteiligt, das haben wie schon in der Vergangenheit genauso zu spüren bekommen wie zuletzt die Herthaner.

"Berlin bleibt hart - Bullen raus aus den Kurven"
Eines der Dortmunder Spruchbänder gegen den Polizeieinsatz am vergangenen Spieltag bei Hertha BSC

Sowohl die Waldseite, als auch der Gästeblock kommentierten dann auch das eskalative Vorgehen der Berliner Polizei. Die Solidarität kommt auch sicherlich daher, dass die Berichte von Norden bis Süden der Bundesrepublik von steigenden Repressalien durch Polizeibehörden zunehmen. In einem zeitlichen Kontext steht, dass die Verschärfung der SV Richtlinien durch die Verbände aktuell Hinterzimmer vorbereitet wird. Ein Schelm, böses dabei denkt.

Dazu passend verhängte die Berliner Polizei per Allgemeinverfügung, dass die BVB Fans sich nicht am Ostbahnhof aufhalten dürfen. So musste der Sonderzug nach Schönefeld bei Berlin ausweichen. Trostloser kann man eigentlich kaum ankommen.

Spruchband der Union-Fans gegen den Polizeieinsatz am vergangenen Wochenende bei Hertha BSC

Nichtsdestotrotz machte sich der Zug mit einer Stunde Verspätung auf den Weg nach Osten und es muss wohl eine feuchtfröhliche Angelegenheit gewesen sein. Während die Heimseite die obligatorische Choreo vorbereitete, ging es für die Zugfahrer mit der S Bahn und per Marsch zum Stadion. Am Stadion angekommen, wieder das bekannte Spiel mit den Vereinzelungsanlagen, das immer irgendwann in Geschiebe endet und man kann sich gut vorstellen, wie schnell eine solche Situation dann auch kippen kann.

Zum Stadion wurde bereits viel gesagt und es ist wohl der Grund, warum der 1. FC Union zu einem Kultclub verklärt wird. Mit der Waldseite und einer Gegengerade komplett mit Stehplätzen, dazu die fehlende Anzeigetafel und die offenen Ecken, das Stadion ist und bleibt etwas Besonderes

Choreo von Union Berlin
Choreo von Union Berlin

Vor dem Spiel wurde den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Die Unioner starteten mit einer Choreo, die mit Rauch und Fackeln untermauert war. Sah ordentlich aus, aber zu einem Geburtstag hätte ich persönlich mehr erwartet. Trotz der frühen Führung (souveräner Elfmeter von Can) startete der Gästeblock durchwachsen in das Spiel. Die Kälte steckte doch einigen in den Knochen und der sehr erfolgreiche Fußball geht aktuell sehr auf Kosten der Attraktivität.

Auch nach dem Führungstreffer entwickelte sich kein begeisterndes Spiel. Der BVB spielte seinen Stiefel souverän runter und Union war nach vorne doch zu limitiert, um wirkliche Gefahr auszustrahlen. Der Gästeblock startet dann zum Ende der Halbzeit hin sein eigenes Ding. Etliche Biere, Glühwein und ein guter Block begannen zu greifen und die Stimmung wurde immer ausgelassener und lauter.

Die Mannschaft jubelt vor dem Gästeblock
Torjubel beim 2:0 durch Nico Schlotterbeck

Nach dem zwei zu null durch Schlotterbeck in der zweiten Halbzeit war das Spiel dann durch und wurde durch ein spätes 3:0 von Beier abgerundet. Zu diesem Zeitpunkt probierte sich die Borussen schon in neuem Liedgut, während von der viel gelobten Heimseite kaum noch etwas kam. Das ganze Spiel über war bis auf etwas Bewegung auf der Waldseite und gelegentliche Schalparaden im ganzen Stadion nicht allzu viel los. Soweit, so normal sind dann doch Köpenicker Kulties.

Nach dem Spiel wurden die Sachen gepackt und die Meisten freuten sich wohl auf die Wärme einer feuchtfröhlichen Rückfahrt. Der Sonderzug erreicht dann auch pünktlich und ohne große Ereignisse die Bierhauptstadt.

Der Gästeblock an der alten Försterei
Der Gästeblock an der alten Försterei

Unterstütze uns mit steady

Weitere Artikel