Warmlaufen

BVB empfängt Freiburg „Spannungsabfall“? Vorsicht vor dem Stromausfall!

25.04.2026, 13:15 Uhr von:  Dominik
Die Südtribüne im Westfalenstadion ist zu sehen
Beim vorletzten Heimspiel der Saison wünscht man sich als Fan vor allem: mal wieder etwas Wille und Leidenschaft!

Die jüngsten Leistungen machen wenig Lust auf ein Ligaspiel am Sonntagnachmittag. Dabei kommt mit dem SC Freiburg das Team der Stunde ins Westfalenstadion. Also: Bitte mal wieder ein Spiel mit Wille und Einsatz, lieber BVB.

„Ein Spannungsabfall ist der ungewollte Verlust an elektrischer Spannung, der entsteht, wenn Strom durch den Widerstand einer Leitung oder Komponente fließt.“

Ja, ich musste mir ergooglen, was sich technisch eigentlich hinter diesem ominösen Wort „Spannungsabfall“ verbirgt, das etliche Beobachter gerade bemühen, wenn sie über die aktuelle Form von Borussia Dortmund sprechen. Sobald es möglich war, habe ich Physik in der Schule abgewählt.

Folgt man dieser Definition, so passt „Spannungsabfall“ gar nicht mal so gut, um die Situation beim BVB adäquat zu beschreiben. Denn: Von „ungewollt“ kann im Fall von Borussia Dortmund keine Rede sein. Bei den vergangenen drei Spielen entstand ganz und gar nicht der Eindruck, dass der BVB über weite Strecken versehentlich ideen-, einsatz- und teilnahmslos agiert hat. Vielmehr wirkte es gegen Leverkusen, Hoffenheim und selbst beim Sieg in Stuttgart häufig so, als hätte die Mannschaft schlicht kein Interesse daran sich aufzubäumen. Keine Lust anzurennen, sich reinzuwerfen, Chancen zu kreieren.

Mehrere BVB-Spieler trotten nach der Niederlage gegen Hoffenheim mit gesenktem Blick Richtung Gästeblock
Miese Stimmung nach der Niederlage gegen Hoffenheim

Jaja, zehn Punkte Vorsprung auf Platz fünf, die Champions League ist so gut wie eingetütet. Und Bayern eh Meister. Da ist es ja nur allzu menschlich, dass man nicht mehr alles reinwirft. Ist es das? Vielleicht. Nervt es trotzdem? Und wie. Weil man als Fan selbst viele Strapazen (Geld, Zugausfälle, Staus, Nerven) auf sich nimmt, um die Mannschaft auch in Spielen zu unterstützen, bei denen es vermeintlich um nichts mehr geht. Borussia Dortmund muss den Anspruch haben, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Und auf der Tribüne nehmen wir das derzeit deutlich ernster als auf dem Platz.

In zwei Ligaspielen hat der BVB nun so häufig verloren wie zuvor insgesamt in der bisherigen Saison. Dabei täuschte doch ausgerechnet die bis dahin exzellente Punkteausbeute in der Liga über das hochnotpeinliche CL-Aus und das weniger peinliche, aber unnötige Pokalaus und tieferliegende Probleme im Kader hinweg. Und dann ist da noch die miese Stimmung rund um die Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck. Es gibt also mehr als einen Grund, sich in den verbleibenden vier Saisonspielen aufzuraffen. Bitte gleich direkt am Sonntag!

Der Gegner

Julian Brant bei einem Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg am Ball.
In den vergangenen Spielen gegen den Sport-Club hatte der BVB am Ende meist drei Punkte im Gepäck

Zugegeben: Vor wenigen Jahren hätte ein Heimspiel gegen den Sport-Club Freiburg recht wenig mit mir gemacht. Bundesligaalltag halt. Noch dazu am Sonntagnachmittag. Wie kein anderer Verein stand der SC Freiburg in der Zeit, in der mein Interesse für Fußball rasant wuchst, für einen klassischen Fahrstuhlverein. In den 2000er-Jahren ging es zwei Mal runter und zwei Mal wieder rauf.

In diesem Jahr ist die Ausgangslage eine andere: Die Freiburger sind gewissermaßen das Team der Stunde. Auch wenn sie sich gegen Stuttgart kurz vor Ende der Verlängerung im Halbfinale des DFB-Pokals den Gegentreffer fangen und rausfliegen. Sie stehen im Halbfinale der Europa League. Haben im Achtelfinale KRC Genk mit 5:2 Toren in zwei Spielen rausgeworfen, im Viertelfinale dann Celta Vigo mit 6:1.

Offensiv macht der Fußball der Breisgauer obendrein dank Spielern wie Suzuki, Manzambi und Matanovic großen Spaß. Was muss das für eine grandiose Saison sein für Fans, für die K.O.-Spiele im Ausland alles andere als selbstverständlich sind. 

Bevor wir hier jetzt aber in Lobeshymnen auf die Freiburger verfallen: Was würde ich mich freuen, am Sonntag mal wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung, spielerische Kreativität und Willen zu sehen! Auf geht’s Dortmund, kämpfen und siegen!

Der Gästeblock des BVB in Hoffenheim
Immerhin auf den Rängen stimmte die Leistung zuletzt.

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