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BVB-Frauen könnten den Aufstieg verpassen Risse oder Scherben in der schwarz-gelben Wunderwelt?

20.04.2026, 20:35 Uhr von:  Tim K  
Risse oder Scherben in der schwarz-gelben Wunderwelt?

Nach dem 1:1 der BVB-Frauen gegen Arminia Bielefeld ist die Enttäuschung groß. Trotz der großen Umstellungen im Sommer könnte dem BVB die Meisterschaft und damit die Chance auf den Aufstieg in die 2. Liga verpassen.

Großes hatten sich die BVB-Frauen im vergangenen Sommer vorgenommen. Mit der Umstellung von Amateur- auf Profifußball machte der BVB seine Ambitionen auch nach außen deutlich. Zumindest die Meisterschaft und damit die Qualifikation zur Aufstiegsrelegation war dem BVB sicher, so meinte man. Denn nachdem das Team in der vergangenen Saison schon die ein oder andere Regionalligatruppe besiegen konnte, tauschte der BVB dennoch beinahe das gesamte Team aus und bereitete sich somit scheinbar bestmöglich auf eine weitere erfolgreiche Saison vor. Und so ein Jahr ist ja auch, genau wie in vergangenen Ligen, ganz nett. Ein paar neue Grounds, hier und da mal ein größerer Name vergangener Tage und auch die ein oder andere Zweitvertretung verirrte sich in ebenfalls in die NRW-weite Spielklasse.

Nach dem Unentschieden gegen Arminia Bielefeld am 20. Spieltag der Regionalliga West hat die Wahrnehmung dieser Saison größere Risse bekommen, vielleicht liegt sie sogar schon in Scherben. Denn sechs Spieltage vor Saisonende (für den Konkurrenten Köln II sind es sogar nur noch fünf Partien) ist der BVB mit dem Punktverlust auf Platz 2 abgerutscht und kann nun – wie schon zu anderen Zeitpunkten in dieser Saison – nicht mehr aus eigener Kraft aufsteigen. Doch dieses Mal ist die Lage eine andere. Die Partien der Top-Teams aus Bielefeld, Köln und Dortmund untereinander sind gespielt. Und auch wenn im Fußball nichts unmöglich ist (Köln II kann natürlich noch gegen die Zweitvertretungen aus Leverkusen und Essen oder auch am letzten Spieltag gegen hoffentlich aufopferungsvoll um den Klassenerhalt kämpfende Gladbacherinnen patzen), so richten nicht wenige nach diesem ernüchternden Fußballsonntag den Blick auf eine weitere Saison in der Regionalliga.

Die Gründe dafür sind sicher vielfältig. Da waren die Spiele im ersten Saisondrittel, in denen man sich in Köln und Bielefeld völlig unnötig den Sieg noch hat nehmen lassen. Da war der Punktverlust am Grünen Tisch nach dem Auswärtsspiel bei Deutz 05 im September, bei dem Verantwortliche von Borussia Dortmund offenkundig sehr schlampige Arbeit geleistet haben. Da war die schwere Verletzung von Dana Marquardt beim Auswärtsspiel in Gütersloh, welche auch durch Neuzuänge in der Winterpause kaum kompensiert werden konnte. Und schließlich resultierten genau diese Ereignisse in Verbindung mit der Erwartungshaltung, die naturgemäß hoch ist, wenn bei Borussia Dortmund Fußball gespielt wird, in einer dermaßen unzureichenden ersten Halbzeit gegen Arminia Bielefeld, dass die Partie im zweiten Durchgang trotz einer Chancenflut nicht mehr zu retten war.

Und das bringt einen dann zu einem verheerenden sportlichen Ergebnis: Seit dem Sieg über Borussia Mönchengladbach in der Quali-Runde zum DFB-Pokal stehen insgesamt fünf Spiele zu Buche, bei denen der BVB gegen Gegner antrat, die in sportlich ähnlichen Sphären agieren wie die BVB-Frauen selbst: 3:4 bei Köln II, 2:2 bei Arminia Bielefeld, 1:2 in Gelsenkirchen, jeweils 1:1 in den Heimspielen gegen Bielefeld und Köln II. Fünf Spiele, null Siege.

Sollte es am Ende tatsächlich so kommen, dass die Zweitvertretung des 1. FC Köln dem BVB die Meisterschaft und damit die Teilnahme an den Relegationsspielen wegschnappt, dann sollte man sich genau das vor Augen führen: Der Schritt zum Profifußball hat in der ersten Saison keine Früchte getragen. Denn bei allem Respekt: Für Siege gegen Wacker Mecklenbeck, SpoHo Köln oder den FSV Gütersloh hätte vermutlich auch die Elf aus der vergangenen Saison gereicht – diese hat den damaligen Regionalliga-Dritten Arminia Bielefeld auf dem Weg zum Westfalenpokal-Titel übrigens mit 3:0 im Halbfinale geschlagen.

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