Zum Abschluss des 31. Spieltags empfing der BVB den SC Freiburg. Ein Spiel zwischen zerschlagenen und noch existierenden Finalhoffnungen auf der einen und nur noch theoretischen Restzweifeln an einer erneuten CL-Qualifikation auf der anderen Seite. Am Ende sind die theoretischen Restzweifel Geschichte, während sich beim SCF alles auf das kommende EL-Halbfinale fokussiert.
Der SC Freiburg spielt wohl die erfolgreichste Saison seiner Vereinsgeschichte. In der Europa League steht man im Halbfinale, in der Bundesliga streitet man sich mit der Eintracht aus Frankfurt um die erneute Qualifikation für das internationale Geschäft und im DFB-Pokal erreichte man das Halbfinale. Genau hier musste man aber unter der Woche gegen den VfB Stuttgart einen Tiefschlag gleich im dreifachen Sinn hinnehmen: Zunächst musste man in die Verlängerung, was nach den kräftezehrenden englischen Wochen zuvor mit Sicherheit nicht in Trainer Schusters Sinne war, dann musste man in dieser Verlängerung eine Minute vor dem Ende den Stuttgarter Siegtreffer hinnehmen und zu allem Übel war man noch Leidtragender einer katastrophalen Schiedsrichterentscheidung, als ein glasklares Freiburger Tor von Schiri Welz weggepfiffen wurde und das Ganze auch noch so schnell, dass auch definitiv kein VAR mehr dran rütteln konnte. Da half auch die Solidarität von Deniz „Ich mag den eh nicht“ Undav am Ende nicht.
Trainer Schuster wechselte nach der Extraschicht am Donnerstag fröhlich durch. Sowohl Ex-Borusse Ginter, im Halbfinale gegen Stuttgart überragend, als auch die Aktivposten Manzambi und Suzuki standen gar nicht erst im Kader. Stattdessen durfte ein alter Bekannter auf der Freiburger Bank Platz nehmen: Maximilian Philipp, der im Breisgau keine Rolle mehr spielt und noch keine Minute in dieser Saison auf dem Platz stand.
Bei herrlichstem Frühlingswetter zeigte sich der Gästeblock leider deutlich spärlicher besetzt, als in den letzten Jahren. Der Erfolg in der Europa League bringt halt den Fluch der Sonntagsspiele mit sich und wenn die eigene Stadt dann im letzten südwestlichen Zipfel der Republik liegt, lässt die Reisefreudigkeit irgendwann wohl auch nach. Es war das vierte Sonntags-Auswärtsspiel in Folge für die Breisgauer und insgesamt bereits das siebte allein im Jahr 2026. Der Fluch des eigenen Erfolgs...Immerhin glänzte der Gästeblock im wahrsten Sinne des Wortes mit einer kleinen, aber feinen rot-silbernen Fahnen und Blinker-Choreo.
Natürlich hinderte auch ein maximal zur Hälfte gefüllter Gästeblock den BVB nicht daran, das Stadion mit 81.365 Zuschauern als ausverkauft zu melden. Vielleicht hatten die Freiburger aber auch alle zwei Karten gekauft, damit sie ein bisschen mehr Platz haben…
Auf dem Platz setzte sich der BVB von Beginn an in der Freiburger Hälfte fest. Wirklich zwingend wurde es jedoch nicht, bis Bensebaini Beier in der 7. Minute perfekt in die Tiefe schickte und dieser die erste Chance auf die Führung direkt eiskalt verwandelte. Nur 6 Minuten später legte Guirassy nach. Inacio verlagerte einen Konter klug auf die rechte Seite, Brandt machte Sachen, die ein Brandt halt so macht und chipte den Ball perfekt auf Guirassy, der den Ball nur noch an Atubolu vorbeispitzeln musste.
Sollte es je einen Ansatz von Freiburger Gegenwehr gegeben haben, so war dieser spätestens jetzt passé. Der BVB kombinierte sich geduldig um den Strafraum herum und erarbeitete sich auch ohne die letzte Genauigkeit einige Chancen. So war das 3:0 in der 32. Minute durch einen Bensebaini-Kopfball nach Ryerson-Ecke nur folgerichtig. Der BVB schaltete nun ein paar Gänge zurück, mehr als ein paar halbgefährliche Situationen sprangen für den SCF dabei aber nicht rum.
Und so konnte die Südtribüne ganz entspannt „Und jetzt stehen wir hier, die Woche ist vorbei, es ist soweit, das Leben beginnt…“ anstimmen. Ein Lied, das irgendwie nicht für Sonntagabend 18:10 Uhr getextet wurde...
Die zweite Halbzeit ist recht schnell erzählt. Anschlusstreffer von Freiburg nimmt der VAR zurück, Atubolu verhindert Inacios Premierentreffer, Maxi Philipp feiert am 31. Spieltag seine Saisonpremiere, Mathis Albert feiert sein Profidebüt und Fabio Silva macht den Deckel auf einen schon längst kalten Kochtopf: 4:0 in der 87. Minute.
Fazit
Der BVB qualifiziert sich im Schongang nun auch rechnerisch zum elften Mal in Folge für die Champions League. In der nächsten Woche geht es dann, erneut am Sonntag, in die ostholländische Provinz, ehe dann am Freitag das letzte Heimspiel der Saison gegen die Frankfurter Eintracht ansteht.
Unsere Fotostrecke zum Heimsieg findet Ihr wie immer auf unserer BVB-Fotoseite unter diesem Link, oder auch bei Instagram.
Und dann war da noch...
Auch bei einem unspektakulären Sieg macht sich immer einer zum Otto. In diesem Fall war es Sportschau-Reporter Stefan Hänsel, der sich Ohrenzeuginnenberichten zufolge im Audio-Livestream darüber echauffierte, dass die Dortmunder Fans nach dem Videobeweis den üblichen Scheiß-DFB-Wechselgesang anstimmten, anstatt dem DFB dafür zu huldigen, dass der Anschlusstreffer nicht zählt. Offenbar zählt die Beschäftigung mit Fanbelangen nicht zum Einstellungskriterium eines Sportschaukommentators. Deswegen, lieber Stefan, an dieser Stelle noch einmal ganz allein für dich:
Von links: „SCHEIß DFBeeh!“ Von rechts: „SCHEIß DFBeeh!“
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