Warum ein Interview mit dem BVB nicht erscheinen kann Nachwuchsarbeit neu gedacht?
An dieser Stelle hätten wir euch gern ein sehr interessantes Gespräch über die Nachwuchsarbeit des BVB präsentiert, das wir im Januar geführt haben. Leider kam es nicht zur Veröffentlichung. Warum erklären wir hier.
Am 18. Dezember 2025 trat Borussia Dortmund nach Diskussionen im schwatzgelb.de-Forum an uns heran und fragte an, ob unsererseits Interesse an einem Interview mit den neuen Verantwortlichen für die Nachwuchsarbeit, Thomas Broich und Paul Schaffran, bestehe. Dieses Gespräch fand schließlich am 8. Januar 2026 statt. Nach sorgfältiger Transkription und sprachlicher Glättung übermittelten wir das Interview am 10. Februar 2026 zur Autorisierung und Freigabe an den Verein. Seitdem liegt uns jedoch trotz mehrfacher Nachfragen keine Freigabe vor; eine zuletzt gesetzte Frist ließ der BVB kommentarlos verstreichen.
Der Vorgang wirft einmal mehr grundsätzliche Fragen zur Praxis der Autorisierung von Interviews auf. Selbstverständlich ist es legitim, Gesprächspartnern die Möglichkeit einzuräumen, ihre Aussagen zu prüfen und gegebenenfalls zu präzisieren. Diese Praxis darf jedoch nicht dazu führen, dass Inhalte über Wochen oder Monate zurückgehalten oder faktisch blockiert werden.
Insbesondere im journalistischen Kontext leben Interviews von ihrer Authentizität. Wenn Freigabeprozesse intransparent bleiben oder ohne Rückmeldung verzögert werden, geht es erkennbar nicht mehr nur um sprachliche Korrekturen. Vielmehr werden Autorisierungen genutzt, um inhaltlich steuernd einzugreifen und Aussagen nachträglich zu verändern oder abzuschwächen. In vergangenen Interviews haben wir bereits inhaltliche Korrekturen hingenommen, die weit über eine reine Autorisierung hinausgingen und den Sinn getroffener Aussagen teilweise deutlich verändert haben. Diese Praxis steht im Widerspruch zu einem offenen, authentischen Austausch.
Da wir im konkreten Fall das mit Thomas Broich und Paul Schaffran geführte Gespräch als sachlich und wenig konfliktträchtig wahrgenommen haben und keine Aussagen enthalten waren, die einer umfangreichen nachträglichen Bearbeitung bedürfen sollten, überrascht die aktuelle Verzögerung umso mehr. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Interview auf Initiative des Vereins geführt wurde. schwatzgelb.de wurde hierbei bewusst seitens des BVB als Plattform gewählt, um ein vereinseigenes Anliegen gegenüber den Fans zu kommunizieren – diesem Wunsch sind wir gerne nachgekommen.
Hinzu kommt, dass wir bei schwatzgelb.de unsere gesamte Arbeit ehrenamtlich, nebenberuflich und in unserer Freizeit leisten. In Anbetracht dessen führen derart lange und unbegründete Verzögerungen zu erheblichem organisatorischem Mehraufwand und nachvollziehbarerweise auch zu großem Frust innerhalb der Redaktion.
Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Medien und Vereinen setzt Verlässlichkeit und klare Kommunikation voraus. Dazu gehört auch, Vereinbarungen einzuhalten oder zumindest transparent zu machen, wenn es zu Verzögerungen kommt. Andernfalls wird ein eigentlich offenes Gespräch im Nachhinein entwertet – zum Nachteil aller Beteiligten, insbesondere aber euch Leserinnen und Leser.