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Alles auf grün - Geheimer Trainingsauftakt des Meisters
Zuschauer versus Presse: 24:17! 38 Tage vor dem Saisonauftakt gegen den HSV kehrt der Meister in den Trainingsbetrieb zurück und keine (Fan-)Sau interessiert
es? Gibt es nicht. Doch! Trotz Twitter und Flashmobs: Fast so viele Pressevertreter
wie BVB-Kiebitze beobachteten den ersten Aufgalopp des amtierenden
Schalenträgers auf dem Brackeler-Trainingsgelände. Der BVB hatte diesen Termin
an keine allzu große Glocke gehängt, so dass man als Anwesender das warme
Wetter genießen und - gemeinsam mit einem meisterlich-entspannten Pressesprecher - endlich mal wieder BVB-Spieler in Arbeitsdress beobachten
konnte.
Japanische Presse war ebenso anwesend, wie deren Objekt der Begierde „Doch-Nationalspieler“
Kagawa Shinji. Geladen waren zu dem - neben einer kleinen Meisterhelden-Auswahl
- die Neuzugänge Chris Löwe, Moritz Leitner, Ivan Perisic und Ilkay Gündogan, sowie
der mit einem druckfrischen Profivertrag ausgestattete Marvin Bakalorz. Julian
Koch fehlte verletzungsbedingt. Dass Manni und Kevin auch mit trainierten, sollte
man nicht als schlechtes Omen werten. Auch wenn es inoffiziell „Trainingsauftakt
der Nicht-Nationalspieler“ hieß. Einige Spieler hatten ihre faule Haut im
Urlaub wohl in der Kiste gelassen und ein wenig Fitness betrieben, was
zusätzlich durch das Tragen von Funktionsshirts hervorgehoben wurde. Auch Meistertorwart-Roman hatte seine Extrapfunde auf Malle gelassen und machte
einen fitten Eindruck. Zwei Runden um den Platz, Gymnastik und danach
"Schweinchen in der Mitte" bis keiner mehr lacht.
Da blieb den Zaungästen ein
wenig Zeit für einen kurzen Saisonausblick. „Der Heynckes hat keinen Druck, kann
nur gewinnen. Die Bayern machen es eh wieder!“ „Hannover und Mainz? Da kommt
nix mehr“, so der Tenor einiger Experten. Der Frauen-WM konnte keiner so
richtig was abgewinnen (sorry Mädels), aber immerhin wird eingeschaltet, wenn
die Nationalfrauen kicken. „Ich guck, aber nur weil ohne Fußball is auch Scheiße.“
Wahre Worte. Patrick Olaiya
Olukayode Owomoyelas und Sebastian Kehls Zukunft wurde ebenso kritisch
wie fachmännisch beleuchtet, wie „der Blödsinn, immer hinten (weg von den
Zuschauern und der Presse) zu trainieren!“
Die Fanbeauftrage Petra Stüker hatte
dazu mal erklärt, man müsse es als Fan verstehen, dass der Trainer und die
Mannschaft ihre Ruhe haben wollen. Da gebe es nur zwei Möglichkeiten: 1. Das
Bayern-Modell mit häufigem nicht-öffentlichen Training, oder 2. Das
Borussia-Model mit Fans, aber ohne direkten Kontakt. Zweiteres ist definitiv
die Fan-freundlichere Wahl.
Nach einer Stunde war der ganze (willkommene) Spuk dann aber auch schon vorbei. Für richtige Vorfreude auf die kommende Saison reichte es dem BVB-Herz aber noch nicht wirklich. Das Wichtigste ist immer, dass sich keiner verletzt. Dieses Ziel haben sie heute erreicht.
Auf der anschließenden
Pressekonferenz gab der BVB bekannt, dass mittlerweile über 40000
Dauerkarten-Besitzer verlängert hätten. 53000 werden insgesamt angeboten. Als
Saisonziel werde ein „Platz im internationalen Geschäft“ angepeilt. Von den
Neuzugängen bekommt Leitner (Vertrag bis 2015) die Rückennummer 7, Löwe (bis
2015) die 24, Gündogan (bis 2015) die 21, Perisic (bis 2016) die 14 und Bakalorz (bis 2014) die 31. Der fehlende Julian Koch trägt ab kommender
Saison, wenn wieder fit, die Nummer 2 auf der Rückseite.
„Wann geht es endlich wieder los, Mami?“ „Bald, mein Junge.“ Am Sonntag (3.7.) ist BVB-Familientag.
walter09, 29.06.2011
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