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Gruselige Gedichte und knallhartes Kampftrinken

Jürgen Klopp hat es schon früh geahnt. „Unser Spiel gegen Freiburg wurde irgendwie ins Rahmenprogramm der 100 Jahr-Feier gepresst“, sagte der BVB-Coach nach dem Sieg in Wolfsburg süffisant grinsend. Deswegen werfen wir einen Blick aufs Hauptprogramm am Samstag. Illustre Gäste werden Borussia Dortmund zum Ehrentag gratulieren. Das Who is Who des internationalen Fußballs gibt sich ein Stelldichein im Ruhrgebiet.
schwatzgelb.de hat Nostradamus beauftragt, mal ein wenig in die Zukunft zu schauen und jetzt schon zu erzählen, was während der Feier alles passiert. Der geniale Zukunftsblicker hat uns einen interessanten Bericht zusammengestellt. Dummerweise hat er vergessen, nach dem Endergebnis des nebenbei stattfindenden Fußballspiels zu schauen.
Als erstes tritt Franz Beckenbauer ans Mikro. Es ist sofort still in der Westfalenhalle. Dummerweise hat sich Nobby Dickel gerade eine Frikadelle vom Buffet komplett in den Mund geschoben. Von der plötzlich einsetzenden Stille etwas peinlich berührt, schluckt er sie in einem runter, das Schluckgeräusch ist deutlich zu hören. Er ist aber nicht der einzige, der auffällt. Rolf Schafstall und Udo Lattek haben schon relativ früh mit Saufspielchen angefangen. Just in dem Moment, als es still wurde und Dickel die Frikadelle runtergewürgt hatte, musste Lattek aufgrund eines gerade geexten 1 Liter-Humpen kräftig aufstoßen. Ein Raunen geht durch den Saal.
Franz Beckenbauer beginnt seine Rede:

"Ja gut, äähh, der BVB, des is a Weltverein. Die Dortmunder, ja, die hoam die Schämpiäns Lieg gewonnen, sie hoam die Meisterschale ins Ruhrgebiet geho-ho-ho-holt. Ja, gut, nicht so oft wie die Münchener Baaayern. Ich erinnere mich an tolle Spieler wie den Stefan Schapisa, den Mörda MacLaut, der Möller Andi, war hier....." Ein lautes 'Buuuuuhh' hört man aus dem Publikum. "Ja-ha-ha, ich merke, der is wohl net so beliebt hier. Hahahaha. Ja gut, der Thomas Rosetti ist beim BVB groß geworden, der Jan Kolla war schon groß, hahahahaha. Ja gut, ich gratuliere dem BVB zum 100. Geburtstag. Darauf ein herzhaftes Paulaner“. Der Kaiser wird mit großem Applaus veraschiedet. Anschließend schickt sich ein ganz Großer an, die Kanzel zu betreten. Zinedine Zidane geht ans Mikro:
"Je suis une peu fatigueé, parce que le maison de Dubois nèst pa la de Borüssia Dortmüüüünd. Dans la grande Olympiastadion en Münchääään de baguette pour la claudette ne pas Jüventüs Türin dans la Champions League. Le grande Kalle Riedle deux Büden et Lars Ricken avec une Hebäär. La grande Dame à mortés. Le jubilée de 100 ans est une grande bergerac de depardieux avec mon petit gratülation. Glückwüüüünsch, Borüssia.“
So weit der französische Weltstar. Nach zwei mehr oder weniger
ausländisch sprechenden Stars tritt nun ein echter Ruhrpöttler an das
Rednerpult. Er wird mit Pfiffen begrüßt. Aber auch Applaus, denn es
handelt sich an sich um einen alten Borussen. Mit allerdings schmieriger
Vergangenheit. Rudi Assauer:
"Ihr wisst, liebe Freunde, ich bin kein großer Redner, deswegen habe ich ein Gedicht für Borussia Dortmund geschrieben.
Köpi, Veltins, Wapi, DAB,
Hauptsache ich krieg den Korken ab.
Und dann wird ordentlich gesoffen,
denn heute hats die Borussia getroffen.
100 Jahr, ich kenne das,
ich hatte schon vor fünf Jahren Spaß.
Doch das Kapitel ist passé,
schmilzt der Schnee sind man die Kacké.
Jetzt wird gesoffen, bis es scheppert,
danach werden Pokale zerdeppert.
Auch schöne Grüße von der Simone,
ich bin ja momentan leider ohne.
Aber diese Simone Thomalla,
die war am Glas eh nicht so der Knaller.
Da war ihre Tochter schon viel netter,
das weiß auch Silvio Heinevetter.
Der kommt an die Kleine irgendwie nicht ran,
drum ist erst mal die Mama dran.
Also, auf die nächsten 100 Jahr,
ich werd jetzt von der Kanzel gehen,
Udo, mach schon mal ein paar Pils klar,
auf einem Bein kann ich nicht stehen."
Rudi Assauer wird mit tosendem Applaus verabschiedet. Udo Lattek
nimmt seinen Kumpel in Empfang und gemeinsam wanken sie zur Theke.
Währenddessen hat sich schon ein weiterer Redner bereit gemacht. Er
stammt aus dem Westfälischen, hat aber nie für Borussia Dortmund
gespielt: Kalle Rummenigge. Auch er scheint ein Gedicht vorbereitet zu
haben:
"Ich kann meine Gefühle ja am besten in Reimform zum
Ausdruck bringen, deswegen werde ich das auch zu diesem feierlichen
Anlass machen.
Danke, danke, danke, danke,
danke, danke, danke, danke.
Danke, danke, Borussia,
danke, danke, 100 Jahr,
Danke, danke, danke, danke,
danke, danke, Bananenflanke.
Danke, danke, Manni Kaltz,
danke, danke, Gott erhalt's.
Danke, danke, danke, danke,
danke, danke, danke, danke.
Danke, danke, danke, Dortmund,
danke, danke, der Ball ist rund.
Danke, danke, danke, danke,
Danke, danke, Bahnschranke.
Danke, danke, danke, danke,
danke, danke, Aral-Tanke.
Danke, danke, danke Dir,
danke, danke, danke hier,
Danke, danke, danke, danke,
danke, danke, danke, danke.
Danke, danke, BVB,
danke, danke, Kamillentee,
Danke, danke, danke, danke,
danke, danke, Mike Hanke......."
In diesem Moment fangen die BVB-Fans an zu toben und bewerfen Rummenigge mit Frikadellenbällchen. Der versucht tapfer, sein Gedicht zu Ende zu bringen.
"Moment, Moment, der wichtigste Teil fehlt noch.
Danke, danke, danke, danke,
danke, danke, danke, danke.
Danke.
Danke."

Und schwatzgelb.de sagt Danke an Nostradamus für diese Impressionen. So etwas, oder so was ähnliches werden wir am Samstag erleben. Wovon wir hoffentlich noch Zeuge werden, das ist ein Sieg des BVB gegen Freiburg. So ganz nebenbei geht es nämlich auch noch um drei Punkte. Und die sind gegen die auswärts notorisch starken Freiburger kein Selbstläufer. Vor lauter Feiern sollte nicht vergessen werden, an die grandiosen Leistungen der letzten Spiele anzuknüpfen. Mit vier Siegen in Folge in die Winterpause, das wär was. Da hätten wir alle Bock drauf. Und wenn wir gewinnen, dann überwintern wir auf jeden Fall auf einem Platz unter den ersten Fünf. Da hätten wir alle viel mehr Bock drauf, als auf langweilige Dankesreden von ehemaligen Fußballgrößen. Aber das weiß auch Jürgen Klopp. Und er wird den Spielern schon auf der Heimfahrt aus Wolfsburg klar gemacht haben, dass das Spiel gegen die Truppe von Robin Dutt eben nicht das Rahmenprogramm am Samstag ist, sondern der wichtigste Teil des gesamten Tages.
So könnten sie spielen, müssen sie aber nicht:
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Kuba, Zidan, K. Großkreutz - Barrios.
Auf der Bank: Ziegler - Koch, Santana, Hornschuh, Valdez, M. Götze, Stiepermann.
SC Freiburg: Pouplin - Cha, Butscher, Bastians, Mendy - Abdessadki, Caligiuri, Banovic, Jäger - Reisinger, Idrissou.
Auf der Bank: Baumann - Bechmann, Makiadi, Mujda, Flum, Schuster, Uzoma.
Zuschauer:
77.000 der 80.552 Karten waren bis Donnerstag Mittag verkauft. Die
Tageskassen öffnen am Samstag um 11 Uhr. Also, nix wie hin ins
Westfalenstadion.
geschrieben von DvB
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