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VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund

25.04.2001, 00:00 Uhr von:  Mella  
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Beim Vergleich zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg drängen sich dem geneigten Beobachter gewisse Parallelen auf: Am 29. Spieltag noch gegen Hertha BSC bzw. 1860 mit jeweils einem Gegentreffer untergegangen, hat man sich am vergangenen Wochenende mit Siegen rehabilitiert. Und was für den BVB ziemlich sicher sein dürfte, könnten auch die Wölfe noch erreichen. Deshalb ist das Saisonziel bei beiden Vereinen - trotz äußerst unterschiedlicher Ausgangslagen - gleich definiert:

Internationaler Wettbewerb.

Mit dem 2:3-Erfolg im Weserstadion hat der VfL Wolfsburg am letzten Wochenende dafür gesorgt, dass die Euphorie beim SV Werder recht schnell wieder Geschichte war.

Die Wolfsburger
Die Wolfsburger

Und der Erfolg hatte einen Namen: Zoltan Sebescen. Er krönte seine Top-Leistung mit den beiden Kopfballtoren. Für das dritte (nein, genaugenommen natürlich das erste) Tor hatte endlich mal wieder Jonathan Akpoborie gesorgt. So erfreulich es auch ist, dass der 32-jährige seine Ladehemmung überwunden hat, Grund für seine momentane Medienpräsenz ist das nicht. Schlagzeilen macht er vielmehr dadurch, dass er Besitzer des sogenannten „Sklavenschiffs“ sein soll. Der Fußballprofi spricht von einer Verwechslung und kündigte an gegen CNN, BBC, Sky & Co. aufgrund ihrer fragwürdigen Berichterstattung rechtliche Schritte einleiten zu wollen.

Ganz anders der Fall Sebescen. Hier steht tatsächlich die sportliche Leistung im Vordergrund. Er spielte grippegeschwächt, fand aber trotz seiner beiden Tore keine Gnade bei Trainer Wolfgang Wolf. Er hatte angezeigt, dass er ausgewechselt werden wollte, weil er im wahrsten Sinne des Wortes „die Nase voll hatte“, was den VfL-Coach aber wohl nicht weiter kümmerte, denn er ließ ihn durchspielen. In dieser Woche musste Sebescen wegen einer Nebenhöhlenentzündung kurz pausieren, wird am Freitag aber wohl einsatzfähig sein. Der „Nationalspieler für einen Tag“ hat sich nach seinem Formtief wieder nach oben gekämpft und ist offensichtlich bei B*yer L*verkusen als Verstärkung im Gespräch.

Gegen die Borussia definitiv nicht auflaufen wird Charles Akonnor. Der hat sich nämlich bei einem Friseurbesuch eine Handverletzung eingehandelt. Und für alle, die an dieser Stelle ungläubig den Kopf schütteln, es geschah folgendermaßen: Der Fußballprofi ist offensichtlich ausgerutscht, wollte sich festhalten und ist dabei mit der linken Hand in eine Glasscherbe geraten. In anderen Berichten wird auch von einem Glastisch gesprochen. Wie auch immer, es hat wohl eine Arterie erwischt und Akonnor musste sofort operiert werden.

Keineswegs auf die leichte Schulter genommen wird das Auswärtsspiel in der VW-Stadt von den BVB-Oberen. Schließlich haben die Wolfsburger auch schon L*verkusen, Kaiserslautern und Hertha BSC besiegt. Und der überzeugende Auftritt gegen Werder tut da wohl ein übriges.

Der BVB
Der BVB

Aber auch die Dortmunder blicken auf ein erfolgreiches Wochenende zurück. Die eher vorsichtigen Aussagen einiger Fans im Stile von „Das wird ganz, ganz schwer. Gegen Bochum haben wir nie so gut ausgesehen. Ich tippe ein knappes 1:0!“ erwiesen sich glücklicherweise als zu pessimistisch.

Stefan Reuter feierte ein sensationelles Comeback und Billy Reina machte mit seinen beiden Treffern seine Schnitzer aus der ersten Hälfte wieder wett.

Glücklicherweise war in den letzten Tagen nicht die Verletztenliste des BVB Hauptthema in den Gazetten, sondern die angeblichen Verhandlungen mit Claudio Pizarro. Diesen Spekulationen schob Michael Zorc mit der klaren Aussage, dass es keine Verhandlungen mit Werder Bremen gäbe nun einen Riegel vor.

Die Verletztenliste des BVB hätte auch nicht annähernd für eine Schlagzeile getaugt. Darauf steht nämlich derzeit nur Christian Wörns. Aber auch für Jan Derek Sörensen ist die Zeit des Leidens wohl noch nicht vorbei. Hatte er seine Mandelentzündung und diverse Muskelprobleme gerade hinter sich, plagt ihn jetzt eine Wadenverletzung. Weiterhin nicht zur Verfügung steht Evanilson, der den Rest seiner Strafe abbrummt. Sunday Oliseh ist von der WM-Qualifikation wieder zurück, ob er allerdings spielen wird, ist angesichts der Klasse-Leistung von Stefan Reuter wohl nicht sicher. Spekuliert wird auch, ob Otto Addo eventuell für Christoph Metzelder Platz machen muss, weil man von Wolfsburg eine offensive Aufstellung erwartet.

Dirigiert wird die Partie BVB – VfL von Herbert Fandel. Der 37-jährige FIFA-Referee war in dieser Saison schon 2x für Begegnungen der Borussia zuständig. Für das 1:0 gegen den SC Freiburg und das 0:0 gegen Werder.

Ich könnte jetzt die gleiche Frage stellen wie im letzten Vorbericht: „Ein Sieg, ein Unentschieden ... klar, was da folgen muss, oder?“

Wie gesagt, ich könnte.

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